Eine
Rubrik mit Analysen zur Lage der nichtionisierenden Kommunikation.
Vom Satiriker vor Ort, Eugen M. Funk.
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| 09. Zum Thema Science-Blog – 01.02.12
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Seit über 10 Jahren kümmert sich die For-schung intensiv und seriös um die Abklärung allfälliger Risiken von nichtionisierender Strahlung. Bislang jedoch konnte die komplexe Sachlage nicht eindeutig geklärt werden. Deshalb ist mehr Forschung nötig. Eigentlich logisch. Nun habe ich aber aus dem Science-Blog des finnischen Wissenschaftlers Dariusz Leszczynski erfahren, dass das in den meisten Fällen gar nichts bringt. Tierstudien beispielsweise seien unbrauchbar, denn Arbeiten, die keinen gesundheitlichen Effekt zeigen, könnten nicht als Beweis der Sicher-heit, Arbeiten, die einen Gesundheitseffekt zeigen, nicht als Beweis der Schädlichkeit für den Menschen dienen. Hmm. Was würden wohl die Arzneimittelzulassungsbehörden zu solchen Buurezmorge-Argumenten sagen? |
Vermutlich verginge ihnen der Appetit. Neugierig geworden, durchstöberte ich den Blog weiter. In einem Kommentar zur Epidemiologie kommt Leszczynski zu derselben Einsicht wie bei den Tierversuchen. Aber in einem Kommentar plädiert er entschieden für mehr EMF-Forschung. Nötig seien weitere Studien auf der molekularen Ebene. Hmm. Dort wo die elektromagne-tische Strahlung wirkt und insbesondere auch (wie ich erfahren habe) er selber, wenn er im Labor steht – wenn er denn im Labor steht, weil, so scheint es zumindest: in jüngster Zeit verbringt er viel Zeit mit bloggen. Das reduziert immerhin die Gefahr, dass er forschenderweise einen Effekt findet, der eh nichts bedeutet, oder keinen Effekt, der alles bedeuten könnte (emf). |
| 08. Zum Thema Astrologie – 08.06.11
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Das Horoskop hat für die Tage rund um das Wochenende vom 29./30. Mai 2011 eine aussergewöhnliche Konstellation der Gestirne angekündigt. Uranus und Lilith würden in Kontakt kommen mit Pluto in Steinbock. Gleichzeitig würde Mars den Anschluss an die Plejaden in Stier verlieren. ‚Eine solch seltene Konfiguration‘, sagte ich mir‚ wird nicht ohne Folgen auf den Gang der irdischen Geschäfte bleiben‘. Gebannt beobachtete ich deshalb das Weltgeschehen rund um das besagte Wochenende. Als sportbegeisterter Wissenschaftsbeobachter, der sich mit Fussball ebenso auskennt wie mit Krebsforschung, erkannte ich die Wirkungen des Firmaments schnell. So kamen die Bahnen der FIFA-Gestirne Bin Hammam und Blatter, die üblicherweise ihre eigenen Kreise ziehen, in Konjunktion, und zwar mit der Ethikkommission, einem von blossem Auge nicht sichtbaren Trabanten des Alphasterns. Dies veränderte das Gleichgewicht der Kräfte derart, dass der Komet von Katar aus dem Sternbild der FIFA katapultiert wurde. Der |
Vorfall zeigt, welch nachhaltige Wirkungen astronomische Rechnungen haben können, v.a. wenn sie buchhalterisch nicht erfasst sind. Ähnliches gilt für die zweite Konstellation: der vermeintliche Fixstern Ahlbom flog nämlich überraschend aus der Gesellschaft der Plejaden, in ihrer irdischen Version keine sieben lieblichen Nymphen sondern ein bunt zusammengewürfelter Haufen von 30 unterschiedlich hellen IARC-Sternen. Während der Fussballklerus der FIFA das gewünschte Ergebnis durch geschickte Intransparenz zu sichern wusste, entglitt dem Sekretariat der IARC durch selbstverschuldete Transparenz die Kontrolle über Prozess und Ergebnis. Letzteres soll nun als Nebel 2b im Zeichen des Krebs zu finden sein. Das Wochenende vom 29./30. Mai 2011 hat, so mein Fazit, eindrücklich gezeigt, wie treffsicher astrologische Prognosen sind. Aber das hängt vermutlich weniger an der Mechanik der Sterne, als an der Natur irdischer Prozesse (emf). |
| 07. Zum Thema IARC – 07.04.11 |
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Bei der Internationalen Krebsagentur IARC in Lyon, die zu Handen der WHO die Kanzerogenität von Stoffen beurteilt, steht per Mai 2011 die Risikoabschätzung von hochfrequenten elektromagnetischen Feldern auf dem Programm. Zweifellos eine delikate Angelegenheit. Zum einen, weil die Interphonestudie (siehe Kommentar 05) keine Klärung der Sachlage gebracht und damit die Aufgabe eher schwieriger als einfacher gemacht hat, zum anderen, weil nicht ganz auszuschliessen ist, dass Interessengruppen das Resultat gerne beeinflussen würden. Ein stets gut unterrichtetes Revolverblatt aus den USA, das dem publizistischen Flügel des investigativen Wissenschafts-journalismus zuzurechnen ist, hat kürzlich gezeigt, dass der IARC-Prozess tatsächlich leckt. |
Das Blatt hat nämlich die als streng vertraulich gehandelte Liste der Experten, welche in Lyon über der Risikobewertung brüten werden, kurzerhand auf der eigenen Website veröffentlicht. Dass das Containment der Verschwiegenheit auch an anderen Stellen lecken könnte, muss vor dem Hintergrund von Fukushima angenommen werden. Und zwar mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit. Allerdings gibt es einen grossen Unterschied zwischen Fukushima und Lyon: In Japan war nicht das Containment das Problem, sondern dessen Inhalt. In Frankreich scheint es genau umgekehrt zu sein. Und zwar mit an Wahrscheinlichkeit grenzender Sicherheit. Die Betreibergesellschaft jedenfalls tut einiges, um diesen Eindruck zu erwecken. (emf) |
| 06. Zum Thema
LTE - 10.08.10
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| Seit einiger Zeit geistert ein neues Kürzel durch die ICT-Printmedien: LTE. LTE soll UMTS ablösen. Eigentlich auch HSPA, den schnellen Bruder von UMTS. Und natürlich auch EDGE, GPRS und HSCSD, die schnellen Geschwister von GSM. Wenn das gelänge, dann würde sich die Datenrate der Mobilfunknetze massiv erhöhen. Was aus Kundensicht aber noch viel interessanter ist: Alle unverständlichen Abkürzungen würden überflüssig und ersetzt durch eine einzige, nämlich LTE. Leider wird LTE samt der damit verknüpften linguistischen Entschlackung weder heute noch morgen, sondern erst übermorgen kommen. Deshalb bleibt mir wohl nichts anderes übrig, als mir die vielen Abkürzungen doch noch einzuprägen, will ich nicht als digitaler Netzwerk-Analphabet in die Annalen eingehen. Oder aber ich setze meine kognitive Bandbreite dafür ein, endlich das Handy- | Angebot richtig zu verstehen, Allerdings dünkt mich – irgendwie – dass ich gar nicht so genau wissen will, was ich alles an Überflüssigem bei meinem Handykauf mitbezahle. Ist es nicht gescheiter, wenn ich meine Neuronen, statt sie auf diese kryptischen Spezifikationen zu feuern, für Wichtigeres im Leben verwende? Der Kaufentscheid fällt ja eh im Bauch: bei gleichem Preis wähle ich diesmal Nokia, weil ich demnächst nach Finnland in die Ferien reise, und falls die Ferien nicht zustande kommen sollten, dann kaufe ich mir das rote Gerät, weil sich das so gut vom bisherigen blauen unterscheidet. Solche einfachen Entscheidungsalgorithmen haben sich gegen alle Marketingkonzepte evolutionär durchgesetzt. Sie sind das Resultat von L ong- T erm E volution, LTE – gratis und franko! (emf) |
| 05. Zum Thema Hirntumor - 11.06.10 | |
| Vor Kurzem sind die Resultate der lange erwarteten Interphone-Studie über einen möglichen Zusammenhang zwischen Mobiltelefonnutzung und Hirntumoren publiziert worden. Sie sind aus gesundheitlicher Sicht erfreulich, geben sie doch für Telefongebrauch unter 12 Jahren Entwarnung. Allerdings fanden die Forscher eine Erhöhung des Erkrankungsrisikos in der Gruppe der intensivsten Nutzer, und zwar schon nach wenigen Jahren Handytelefonieren. Die Autoren zweifeln aber an der Aussagekraft dieses Teilresultats. Für mich als Laie ist das schwer verständlich, denn die Weko hat doch jüngst diesen Befund eindrücklich bestätigt: nur wenige Monate Beschäftigung mit der Mobilkommunikation reichten, um die Denkorgane in diesem Gremium hirnrissig zu machen. Allen Ernstes begründete die Kartellbehörde ihr Verbot der Fusion von Orange und Sunrise mit der absehbaren Verschlechterung des Wettbewerbs. Dabei kann fehlendem Wettbewerb nur mit der Eliminierung von Marktteilnehmern begegnet | werden (siehe Kommentar unten)! Onkologen würden die akrobatische Einschätzung der Kommission sicher als Folge eines krankheitsbedingten Verlusts kognitiver Funktionen sehen: wie anders kann das standhafte Ignorieren der simplen Tatsache, dass der Wettbewerb überhaupt noch nie funktioniert hat, interpretiert werden? Oder die Einschätzung, dass ein nicht-funktionierender Markt mit drei Teilnehmern einem nicht-funktionierenden Markt mit zwei Teilnehmern wettbewerbsmässig überlegen sei? Ob dem klinisch auffälligen Verhalten der Weko aber tatsächlich eine bislang unbekannte Form mentaler Karzinogenese zugrunde liegt, derzufolge der gesunde Menschenverstand linear mit der Anzahl Marktteilnehmer schrumpft, oder ob es sich nur um einen statistischen Ausreisser handelt, wollen Epidemiologen in einer Interphone follow-up Studie nächstens abklären. Es ist zu befürchten, dass dabei aussagekräftigere Resultate zu Stande kommen werden als in der Originalstudie. (emf) |
| 04. Zum Thema Wettbewerb - 02.12.09
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| Wer gegenwärtig behauptet, dass ein gesunder Wettbewerb eine Vielzahl von Anbietern braucht, wird mit Sicherheit als unbelehrbar neoliberaler Idealist abgestraft. In der Tat zählt es heute zu den Binsenwahrheiten, dass ein Markt auch mit drei oder weniger Akteuren funktionieren kann. Schon vor 10 Jahren war das unserem Regulator bekannt, als er den Mobilfunkmarkt liberalisierte: Drei Anbieter würden einen harten Infrastrukturwettbwerb garantieren, der die Preise von Drahtlosminuten nur so zum purzeln bringen würde. Wie wir wissen, hat sich diese Hoffnung nicht in vollem Umfang erfüllt. Schuld daran ist die nicht ausreichend konsequent durchgeführte Eliminierung von Marktteilnehmern. Das haben selbst die Provider erkannt und zur Selbsthilfe gegriffen. Zuerst entzogen Orange und Sunrise ihre Netze dem nicht-funktionierenden Markt und entliessen sie in den mit ungleich härteren Bandagen geführten Alcatel-Lucent-internen Wettbewerb. Dieses post-neoliberale Modellscheint zu funktionieren, denn letzte |
Woche haben Orange und Sunrise bekannt gegeben, dass sie sich nun ihrerseits dem harten Wind des innerbetrieblichen Wettbewerbs stellen möchten und deshalb fusionieren würden. Der Regulator hat diesen mutigen Schritt begrüsst und ist überzeugt, dass dadurch der Geist der Konkurrenz neu entfacht wird. Die Marktlogik zu Ende gedacht hat aber erst der CEO von Swisscom, Carsten Schloter. In einem Tages Anzeiger Interview (TA vom 28. November) meinte er: „Die Preise werden jedes Jahr 7 bis 10% sinken – unabhängig davon ob es einen Mitbewerber weniger gibt oder nicht“. Freuen wir uns also auf die Zukunft: Sobald Swisscom den letzten Mitbewerber verdrängt hat, ist endlich Schluss mit preisstabilisierender Konkurrenz. Der Staatsriese wird sich dann einem harten Monopolwettbewerb stellen und die Preise werden subito auf europäisches Niveau sinken. Irgendwie, dünkt mich, sind die Telcos den anderen Branchen wettbewerbsmässig viel voraus – mehr als nur die letzte Meile. (emf) |
| 03. Zum Thema Gendoping - 22.09.08 |
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| Rechtzeitig auf die olympischen Spiele hin ist ein Wissenschaftsthriller zum Thema Gendoping auf den Markt gekommen. Ich empfand das Buch als eine ziemliche Frechheit. Nicht nur, dass es mir den Genuss am Sport vermieste – ist Usain Bolt am Ende wie Jesse Brown bloss einem frankensteinschen Labor entsprintet? – ich ärgerte mich auch massloss darüber, dass sich der Roman trotz anders lautenden Rezensionen nicht auf dem aktuellen Stand des Wissens befand. Dem Autor hätte bloss ein kurzer Blick in die laufende Mobilfunkforschung gereicht um zu erkennen, dass die Wissenschaft viel weiter ist als er im Buch vorgibt. Die vergleichsweise uninteressante Frage des Dopings von Athleten lockt heute doch keinen müden Genmechaniker mehr hinter seiner Klonbank hervor. Die internationale Spitzenforschung arbeitet längst und mit Hochdruck an der weit spannenderen Frage, wie man die | Leistungsfähigkeit der Gene und der DNA selbst steigern kann. Der Durchbruch ist dem Reflex-Team der Medizinischen Universität in Wien gelungen. Mit wissenschaftlichem feu sacré, vom bewährten Münchner Brandbeschleuniger „Verum“ auf die nötige Betriebstemperatur gebracht, konnte es in akribischer Handarbeit und mit Hilfe einer hochkomplexen Ent-Blindungstechnologie aus einem Zürcher Forschungslabor die natürliche Rate von DNA-Strangbrüchen auf ein Niveau hinaufdopen, das bislang als schlicht unerreichbar galt. Leider wurde der märchenhafte Erfolg der Wiener Forschungsgruppe von einem Bremer Stadtmusikanten, zusammen mit dem bösen Wolf, noch bevor er patentrechtlich geschützt werden konnten, publik gemacht. Vielleicht ist es aber gut, dass der Buchautor diese aktuelle Entwicklung verschlafen hat. Sonst hiesse es am Ende noch: in diesem Roman ist doch eh alles frei erfunden. (emf) |
| 02. Zum Thema Wohlbefinden - 04.04.06
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| Neulich ertappte ich in der Langstrasse in Zürich einen Bekannten, wie er sich vor der St. Pauli Bar einen dubiosen Mehrwertdienst auf sein Handy herunterlud. Süffisant fragte ich ihn, ob er denn überhaupt den Unterschied zwischen einem normalen und seinem neuen UMTS-Handy kenne. Locker meinte er, dass er sich in den handelsüblichen Techniken bestens auskenne, wie ich ja wohl sehen würde! Was ich denn genau wissen wolle? Ohne meine Antwort abzuwarten, liess er sein Handy ins lederne Gürtelhalfter gleiten, das an seiner linken Hüfte baumelte, und erklärte mir, während er zwei leicht beschürzten Damen nachschaute, dass bei UMTS eine neuartige Spreiztechnik zum Einsatz käme, die es erlauben würde, mehrere Kunden gleichzeitig zu bedienen. GSM sei traditionelle Technik, da erhalte jeder seinen eigenen Schlitz. Ich schaute ihn irritiert an und sagte, dass ich nicht an seinen Phantasien interessiert wäre. Mit entrüsteter | Miene entgegnete er, dass er über Handy- Technik rede und nichts anderes, und führte seine Aufklärungsarbeit fort: bei GSM würde man mit einer Pulsrate von 217 arbeiten, was nicht übel sei, aber viel interessanter sei die UMTS-Technik, denn da benütze man breitbandigen Kode. Selbstverständlich würde jeder Kunde immer nur seinen eigenen Kode benützen. Als mir der Bekannte schliesslich noch erklären wollte, warum GSM weiter eindringe als UMTS und dass die unterschiedliche Körperpenetration vielleicht einen Einfluss auf das Wohlbefinden haben könnte, entschuldigte ich mich wegen eines dringenden Termins, den ich seiner Ausführungen wegen beinahe vergessen hätte. Ich war nämlich gerade auf dem Weg zur Bilanzpressekonferenz meines Handyanbieters. Genau besehen denke ich jetzt aber, dass ich für heute genug zum Verkehrsaufkommen in dieser Branche erfahren habe. (emf) |
| 01. Zum Thema Swisscom - 05.12.05
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| Dass die Swisscom noch nie so recht wusste, was sie mit ihrer privatisierten Freiheit anfangen will, ist hinlänglich bekannt. Go far – come close? Als steuerzahlender Kleinanleger rechne ich es dem Unternehmen aber hoch an, dass es mich über seine strategischen Optionen à jour hält, auch wenn sich diesbezüglich in den letzten Jahren nichts getan hat. Nun habe ich zu meinem Leidwesen aber munkeln gehört, dass die pro-aktive Informationspolitik nicht auf Vorsätzlichkeit beruhe, sondern auf Indiskretion. Die dannzumal mit der Werbekampagne beauftragte PR-Agentur Moro in Lausanne, eine mutmassliche Ablegerin der internationalen Orangenmafia, soll dem Gerücht zufolge Helfershelfer ins Unternehmen geschleust haben um vertrauliche Informationen publik und damit den Ruf der Swisscom kaputt zu machen. Ob diese Vorwürfe zutreffen, ist im Moment Gegenstand einer Untersuchung. Der Schattenvertreter des Bundes im Verwaltungsrat, Christoph Blocher, hat nach Bekanntwerden des Vorwurfs sofort eine Task Force einberufen. Ihr Leiter, Christoph Blocher, zeigt sich zuversichtlich, schon bald erste Ermittlungsergebnisse vorlegen zu können. Er meinte zudem, dass, falls sich die Gerüchte bestätigen würden, die Landesregierung hart gegen die | Orangendealer aus den benachbarten Schurkenstaaten durchgreifen würde. Die die Regierung beratende Anwaltskanzlei Blocher, Blocher & Blocher relativierte diese Aussage aber postwendend: aufgrund der schweizerischen Neutralität seien Auslandeinsätze der Swisscom völkerrechtlich problematisch und daher als Retorsionsmassnahme ungeeignet. Das gälte nicht nur für Einsätze in Zitrusfrüchteplantagen, sondern auch für Wiederaufbaumissionen in nördlichen Krisengebieten, etwa Irland. Es gehöre nicht zum Auftrag der Swisscom, die dortige Grundversorgung an „public services“, von den Einheimischen liebevoll „pubs“ genannt, zu sanieren. Auf diese Beurteilung hin schnürte der Landwirtschaftsminister, Christoph Blocher, ein ad-hoc Massnahmenpaket. Neben einer massiven Erhöhung der Einfuhrzölle auf Südfrüchte sieht es auch die Zerschlagung des in der Schweiz aktiven internationalen Käsemultis „Traditional Danish Cheese“, kurz: TDC, vor. Bern sei zuversichtlich, dass dieses weitsichtige Vorgehen nicht nur die Swisscom rehabilitiere, sondern ihr zugleich auch die notwendige Flexibilität für ihr langfristiges wirtschaftliches Überleben im liberalisierten Markt zurückgeben würde. (emf) |